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“LA CITTA' IDEALE ”, URBINO vom 6. April bis 8. Juli 2012
“LA CITTA’ IDEALE" , die Utopia des Renaissances im Urbino vom Piero della Francesca und Raffael. In dieser Ausstellung Città ideale aan de orde, eine der meist fazinierende Enigmas der Italiänischen Renaissance.
Weiter gibt es Werke von Domenico Veneziano, Sassetta, Piero della Francesca, Fra’ Carnevale, Leon Battista Alberti, Francesco di Giorgio, Luca Signorelli, Jacopo de Barbari, Mantegna, Perugino, Bramante und Raffael.
IL PALAZZO DUCALE - Comune di Urbino | www.comune.urbino.ps.it
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Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 8.30 – 19.15 (de kassa sluit om 18.00 uur)
Montag: 8.30 – 14.00 (de kassa sluit om 12.30)
Montag13 april und 1° Juni: 8.30-19.15
“LA CITTA’ IDEALE" , die Utopia des Renaissances im Urbino vom Piero della Francesca und Raffael. In dieser Ausstellung Città ideale aan de orde, eine der meist fazinierende Enigmas der Italiänischen Renaissance.
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Der herzogliche Palast in Urbino ist ein wunderschöner, prächtiger Hof der Renaissance, aber zugleich auch ein sehr wehrfähiges Gebäude im Vergleich zu dem darunter liegenden Piano del Mercatale. Der Palast kann durch die großen spiralförmigen Treppen, die von Francesco di Giorgio Martini erbaut wurden, erreicht werden. Es sind übrigens auch die gleichen Treppen, die die montefeltronische Residenz mit den Pferdeställen der Data und der Außenseite des Mauerwerks noch heute verbinden.
Das große “Gebäude in Form einer Stadt” bedarf eigentlich keiner Einleitung, da es sehr große Bekanntheit genießt. Es wurde auf Anordnung von Federico da Montefeltro erbaut, der etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts Maso di Bartolomeo aus Florenz damit beauftragte, sowohl des neue Gebäude als auch alte, genannt Della Jole, zu bauen beziehungsweise zu integrieren.
Die Hauptarbeit wurde jedoch von dem berühmten dalmatinischen Architekten Luciano Laurana verrichtet, der für die herrlichen Entwürfe des Cortile d`Onore, dem Hof der Ehre, und der Haupttreppe Pate stand. Auch die Verbindungselemente mit dem alten Castellare und die wahrlich einzigartige Fassade mit den Zwillingstürmen sind das Ergebnis seines erstaunlichen Schaffens.
Als Laurana Urbino im Jahre 1472 verließ, wurde er durch Francesco di Giorgio Martini ersetzt, der das Werk fast gänzlich vollendete und die Gestaltung der Fassade, die man vom Stadtinneren aus sieht, übernahm. Für die Portale und die Fenster beauftragte man den Bildhauer Ambrogio Barocci aus Mailand, der auch die Verzierungen der großen Innenräume und der weiten Säle gestaltete. Nach dem Tod des Herzogs Federico im Jahre 1482 wurde der Bau des imposanten Gebäudes unterbrochen. Erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde die zweite Etage von dem Architekten Girolamo Genga hinzugefügt, der das Gebäude so veränderte, dass es zu dem wurde, was es heute ist, nämlich der Galleria Nazionale delle Marche, der Nationalgalerie der Marken.
Natürlich neigt jeder Besucher dazu, als erstes sein Interesse auf den Palazzo Ducale zu richten. Schon das imponierende Erscheinungsbild des Gebäudes vermittelt etwas von der Sorgfalt, mit der es geplant und gebaut wurde, wobei die natürlichen geographischen Gegegebenheiten mit ihren großen Höhenunterschieden mitberücksichtigt wurden. Die Fassade mit den beiden Türmen, von den Urbinaten “Torricini” genannt, und den übereinander errichteten Balkonen, verleihen dem Bau einen unverwechselbaren Charakter. Der Eingang des Gebäudes befindet sich auf der Seite des Gebäudes, die sich zu der Piazza hin öffnet, die nach dem Herzog Federico benannt ist. Hat man das große Portal, das in Travertin-Stein gearbeitet ist, durchschritten, befindet man sich im Ehrenhof, dessen ganzes Geviert von einem Säulengang umlaufen wird. Der Betrachter versteht sofort das Spiel von Geometrie, Rhythmus und Proportion, das sich ihm hier bietet.
Das Wechselspiel von Ziegeln und Stein ergibt eine farbliche Kombination von ausgeprägtem Geschmack. Die Inschriften der beiden Hauptgesimse sind eine deutliche Ehrenbezeugung. Der Ursprungsbau des Ehrenhofs verfügte über zwei Stockwerke. Schon im Cinquecento wurde eine Aufstockung vorgenommen. In seinem ursprünglichen Zustand vermittelte der Ehrenhof durch die monolithischen Säulen mit den korinthischen Kapitellen weitaus mehr von der angestrebten architektonischen Ausgewogenheit, der Perfektion und der Leichtigkeit. Vom Erdgeschoss aus kann man sich in die Kellergeschosse begeben, wo sich die Küchen befinden, als auch die Schneebehälter, die zur Konservierung der Lebensmittel dienten, und die Öfen und Feuerstellen. Eben alle Notwendigkeiten, die für das tägliche Leben am Hof unabdingbar waren.
Diese Räume sind erst seit kurzem für das Publikum zugänglich gemacht worden und erlauben einen tiefen Einblick in den Alltag im Zeitalter der Renaissance. Noch einmal begegnet man hier den Fähigkeiten des planenden Architekten: Ein ausgeklügeltes System von Rohrleitungen bringt warmes Wasser und Luft und sorgt für den Abfluss des Abfalls. Alle Systeme sind mit Siphons versehen und nutzen geschickt die Gesetze der Physik aus. So sind auch die Kellergeschosse Teil und Ergebnis jenes Ingenieur-Geistes, der den Bau dieses Palastes ermöglichte. Bevor man die Stufen des großen Treppenhauses hinaufsteigt, die zu den Herrschaftsräumen führen, lohnt sich die Mühe, noch einige Minuten auf der Ebene des Ehrenhofes zu verweilen und den Raum zu betreten, der einst die Bibliothek des Herzogs beherbergte. Leider ist von der Bibliothek, die Baldassare Castiglione als “die größte Kostbarkeit des großen Palastes” beschrieben hatte, nur die Atmosphäre geblieben, die durch die Dekoration der Decke mit einem großen, schwarzen und in Stein gearbeiteten Adler entsteht. Die äußerst seltenen griechischen, lateinischen und hebräischen Bücher, die den Raum einst füllten, wurden nach dem Übergang des Herzogtums an den Kirchenstaat im 17. Jahrhundert in die Vatikan-Bibliothek integriert. In dem angrenzenden Ambiente der Bibliothek sind einige Werke von Ambrogio Barocci aufbewahrt. Es handelt sich um Relief-Darstellungen von Schiffen, Maschinen und Werkzeugen. Einst schmückten diese Werke die Rückenlehnen der Sitzbänke, die in der Eingangshalle des Palastes entlang beider Seitenwände verlaufen. Ebenfalls im Erdgeschoss, zwischen dem Ehrenhof und der Piazza Rinascimento, befindet sich das Archäologische Museum. Fünf Säle beherbergen eine Reihe von antiken Inschriften, die einmal den Bestand des “Lapidarium” bildeten, der Steinsammlung also, die im 18. Jahrhundert von dem Kardinal Giovan Francesco Stoppani begründet wurde Wir schreiten nun die Stufen entlang, die zum ersten Stock führen, dem Weg, der einen zu den Kostbarkeiten der herzoglichen Residenz führt. Die ersten Säle, die man betritt, bilden den Kern des ersten Bauabschnitts. Man durchschreitet den “Neuen Hof”, geht durch die Gästezimmer und gelangt so zu dem “Appartamento del Duca”, dem Wohnbereich des Herzogs, der heute die Nationalgalerie der Marken beherbergt. Folgen wir nun rasch der Reihenfolge der Räume und den darin ausgestellten Kunstschätzen.
Der Audienzsaal begeistert mit zwei berühmten Hauptwerken von Piero della Francesca (1415/20-1492): Das Gemälde “Madonna von Senigallia” (der Titel weißt darauf hin, in welcher Stadt sich das Gemälde bis zum Jahr 1917 befand) und die “Geißelung Christi”. Das letztgenannte Gemälde wurde ursprünglich in der Kathedrale von Urbino aufbewahrt und ist eines der bedeutendsten und faszinierendsten Werke des Künstlers aus Sansepolcro. So zahlreich wie die Hypothesen über die dargestellten Personen sind auch die Theorien über die Symbolik, die das Werk beinhaltet. Der traditionellen Interpretation folgend handelt es sich bei dem blonden jungen Mann, im Zentrum der rechten Bildhälfte, um den Stiefbruder von Federico, Oddantonio, der Opfer der Verschwörung von 1444 wurde, dargestellt zwischen zwei schlechten Ratgebern.
Einer vor nicht allzu langer zeit erarbeiteten Analyse zufolge ist auf der linken Bildhälfte die problematische Situation der Kirche dargestellt, während in dem blonden jungen Mann Buonconte zu sehen ist, also der Sohn Federicos, der an der Pest gestorben war. Hinter dem Hauptbalkon zwischen den beiden Türmen befindet sich einer der außergewöhnlichsten Räume des Palastes: Das kleine Studierzimmer des Herzogs. Die Intarsien, die man hier bewundern kann, sind in ihrer technischen Vollkommenheit und in ihrer Vielfalt der symbolischen Darstellungen derart reichhaltig, dass der Betrachter sich gezwungen sieht, die Wände Zentimeter für Zentimeter mit den Augen abzutasten, damit ihm kein Geheimnis verborgen bleibt. Das Studierzimmer sollte ein Ort der Sammlung und Erholung für den “Kriegsmann“ Federico sein. Das, was an den Wänden symbolisch dargestellt ist, kann als die “Summe“ der idealen Lebensvorstellung des Herzogs interpretiert werden, mit der Astronomie, der Musik, der Kunst, der Literatur und der Architektur als den Interessengebieten des Herzogs. Die Intarsien wurden in der Werkstatt des Florentiners Baccio Pontelli, wahrscheinlich nach Zeichnungen von Francesco di Giorgio Martine, gefertigt. Im oberen Teil des Studierzimmers waren 28 Porträts von “berühmten Persönlichkeiten“ in zwei übereinander liegenden Reihen angebracht, ein Werk von Pedro Berruguete und Joos van Gent. Heute befindet sich ein Teil der Originale, die 1632 entfernt wurden, im Louvre-Museum von Paris. Die Arbeiten an der Decke verdanken wir der Kunstfertigkeit von Giuliano di Maiano und seiner Florentiner Werkstatt.
Wenn man die Wendeltreppe des rechten Turms benutzt, kann man das untere Stockwerk erreichen und zu zwei kleinen Räumen gelangen, die wiederum symbolische Bedeutung haben: die kleine “ Kapelle der Vergebung“ – und der kleine „Tempel der Musen“. In unmittelbarer räumlicher Nähe werden zu gleicher Zeit die christliche Kirche als auch die klassische Mythologie gerühmt. Die Kapelle ist im Deckengewölbe reich mit Engeln verziert, während in dem Musentempel Darstellungen von Apollo und den Musen die Wände schmückten.
Es handelte sich um 8 Tafeln, die von Giovanni Santi, dem Vater Raffaellos, und Timoteo Viti angefertigt wurden. Heute befinden sich diese Arbeiten in der Galerie Corsini in Florenz. Der letzte Raum des herzoglichen Wohnbereichs ist der “Saal der Engel“, so benannt nach dem Relief-Fries von Domenico Rosselli (1439-1498), der den Kamin im Zentrum des Saales schmückt. Die Türen, die mit Intarsien versehen sind und die reich ausgearbeiteten Bogenfelder über den Türen gestalten den Raum, der zwei Gemälde beherbergt, die weltberühmt sind: “Die ideale Stadt“ (Città Ideale) und die “Entweihung der Hostie“ (Profanazione dell’Ostia). Über das letztgenannte Werk gibt es zahlreich historische Dokumente. Es wurde von Paolo Uccello zwischen 1465 und 1468 für das Oratorium der Bruderschaft Corpus Domini in Urbino angefertigt.
In einer modern wirkenden Anlage, die in sechs Bildern das Geschehen illustriert, wie in einem “Storyboard“, berichtet der Maler über das Wunder, das 1290 in Paris geschehen sein soll. Über die “Città ideale“ dagegen gibt es keine sicheren Nachweise. Das Gemälde stammt aus dem Kloster Santa Chiara in Urbino, aber man weiß nichts über seine ursprüngliche Funktion, noch kennt man den Maler. Die Zuschreibung des Werkes bewegt sich zwischen Piero dell Francesca und Fra’ Carnevale als mögliche Autoren und zieht auch die Architekten Luciano Laurana, Francesco di Giorgio Martini und Luciano Bramente in Betracht. Bis heute gibt es keine Sicherheit darüber, wer diese Szene gemalt hat, die eine solche Ruhe und Feierlichkeit ausstrahlt. Die vielen Geheimnisse um die “Ideale Stadt“ mit seiner genial angelegten Perspektive, haben das Bild noch faszinierender gemacht und es schließlich zu einem exemplarischen Beispiel der italienischen Renaissance werden lassen. Nach der Besichtigung der Wohnräume des Herzogs kann der Besucher noch verschiedene andere Räume besichtigen, um den Eindruck des ersten Stockwerks des Palastes zu vervollständigen. So empfängt ihn in seiner großen Räumlichkeit der “Ehrensaal“, auch “Thronsaal“ genannt. Der “Saal der Abendgesellschaft“ der von Francesco die Giorgio Martini entworfen wurde, führt zu den Räumen, die den Wohnbereich der Herzogin bildeten. Auch hier treffen wir auf zahlreiche Kunstwerke, wobei besonders Raffaellos Gemälde “Bildnis einer Edelfrau“ (Ritratto di Gentildonna) hervorzuheben ist, das auch als “Die Stumme“ (La Muta) bekannt ist. Diesem Bild zur Seite gestellt ist “Die heilige Katherina von Alexandrien“, ein Frühwerk des Künstlers aus Urbino. Das Zimmer der Herzogin, der Ankleideraum und das kleine Gebetszimmer runden die Besichtigung dieses Wohnbereichs ab. Das zweite Stockwerk des Palastes bringt uns in eine andere Epoche und bildet einen idealen Übergang von der Herrschaftszeit der Montefeltro zu der Zeit des Hauses Della Rovere. Die von Guidobaldo II Della Rovere gewünschte Aufstockung des Palastes brachte es auch mit sich, dass der damals vorhandene Zinnenkranz abgetragen werden musste. Mit der Planung war der Architekt Gerolamo Genga beauftragt. Auch in diesem zweiten Teil der Nationalgalerie der Marken können zahlreiche Kunstwerke bewundert werden.

